
Maigret ist ein früher Vertreter jener kantigen Kommissare, die man entweder liebt oder nicht - und dann gleich die ganze Reihe im Regal stehen hat.Ein großer, schwerer, ruhiger Mann, der am Ort des Verbrechens herumwandert, die Atmosphäre aufnimmt, beobachtet. Immer gehören Besuche in den örtlichen Kneipen dazu. Ein bedächtiger, langsamer Schweiger mit natürlicher Autorität, der oft unterschätzt wird, aber durch seine stille Präsenz auch manchmal Angstund Nervosität auslöst.
In allen mir bekannten Fällen begibt sich Maigret aus Paris in die Provinz, wo es gilt, Beziehungsmorde im engen familiären Rahmen aufzuklären. Durch Maigret´s Beobachtungen und fragende Gespäche mit vielen Beteiligten entstehen atmosphärisch dichte Milieu- und Charakterstudien der provinziellen Enge. In beiden Büchern ist mir erstmals aufgefallen, dass deutlich herausgestrichen wird, dass Maigret den örtlichen Ermittlern überlegen ist. In Holland sind sie töricht und Maigret belächelt sie gar mehrfach. Das ist unangenehm und ganz unnötig. Ist das vielleicht ein Charakteristikum, das ich bislang übersehen habe?
Als Kind habe ich immer wieder das Wandbild in der Küche abgemalt. Die gleichen Pferde in der gleichen Reihenfolge unter dem gleichen Himmel. Einige Zeichnungen sind mir besonders gelungen, andere sahen irgendwie verhunzt aus.
"This is vintage John le Carré"

Absolut wirres Machwerk. Hingestümperter Mist! Inkohärenter Scheiß.
Es fängt wirklich ganz witzig an, was dem einfachen Trick zu verdanken ist, dass die paar guten Geschichten an den Anfang gestellt wurden. Ich fühlte mich an Kishon erinnert und dachte - hej Kaminer hat sich erzählerisch weiterentwickelt. Aber dann fällt das Niveau ab und kommt auch nicht mehr hoch. Zwei Drittel des Buches sind schlicht langweilig.
Ein mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnetes Theaterstück gut verfilmt. Der deutsche Titel ist allerdings nicht ganz treffend, denn es geht nicht um theologische Dispute. Das Original heißt "Zweifel".
Harold Cleaver ist britischer Fernsehmoderator. Ein Großmaul, ein Vielredner, ein Angeber, ein Frauenheld, ein Workoholic, ein bekannter Gesellschaftslöwe. Er ist nie eine Sekunde allein, hat immer mehrere Eisen im Feuer und tanzt auf allen Hochzeiten, spricht zu allen Themen.
Merkwürdig. Was sind das für Bücher, die man beim Lesen nicht aus der Hand legen kann. Man ist gebannt und fasziniert, doch zwei Wochen später denkt man: " Was ist eigentlich so toll daran?"
Das ist ein ganz frührer Rankin. Der Autor hat sich noch nicht eingeschrieben. Die Grundidee ist super und die Auflösung am Ende wirklich kreativ. Was fehlt, um das Buch zum Knaller zu machen, ist der Stil. Rankin erzählt ein einfaches Roadmovie, in dem er offensichtlich einfach ein paar eigene Reiseimpressionen aus den USA runterschreibt. Mich als USA-Neuling hat das zwar angesprochen und unterhalten, aber Spannung?
Bis Seite 132 von 500 habe ich mich durch die Lektüre geschleppt, dann hatte ich keine Lust mehr. Eigentlich überraschend, denn Kapitän Blaubär und das kleinee Arschloch sind zwei lustige, unterhaltsame Figuren. Moers sprüht vor lustigen Einfällen, deftigen Bildern, kreativen Wortspiele, skurilen Figuren und bizarren Geschichten. Er muss einen Generator im Kopf hat, der ihn mit einer bestimmten Sorte von Einfällen quält. Und damit er nicht platzt, müssen sie raus. Leider haben ihm die Kurzgeschichten nicht genug Erleichterung gebracht. Er brauchte einen Befreiungsschlag. Einen riesigen Schuttabladeplatz für witzige Einfälle: "Die Stadt der träumenden Bücher".
So ein Scheiß! Es ist die typische Kaufsituation, in der ich immer wieder mal auf schlechte Bücher hereinfalle: ein ungeplanter Bummel im Stern-Verlag mit viel Lust auf Neues, aber wenig Zeit und Anschlussterminen. Da greif ich schon mal nach der schönen Oberfläche. Interessanter Titel, gutes Titelbild, "Bestseller" und dann der Cover-Text: "Eines der
Wow, das gab es schon lange nicht mehr: ich habe gestern bis zwei und heute morgen bis vier Uhr durchgelesen. Auf der Arbeit konnte ich es kaum aushalten, das Buch endlich wieder in Händen zu halten.
Na das ist ja mal ein Ding. Da schreibt einer drei Krimis, die einschlagen wie wie eine Bombe - aber leider erst posthum veröffentlicht wurden. Schade, das hätte eine ganze Krimiserie mit dem ungewöhnlichen Ermittlerpärchen "Wirtschaftsreporter + verhaltensgestörte Sozialhilfeempfängerin" werden können. Was muss er denn mit 50 einen Herzinfarkt bekommen!? Wahrscheinlich hat er genau so geraucht, wie seine Darsteller oder wurde hintenrum von den schwedischen Neonazis ermordet. Die spielen jedenfalls eine ziemliche Rolle in diesem mit dem Skandinavischen Krimipreis ausgezeichneten Buch, 
Endlich fündig geworden. Eine gutsortierte Website, auf der ich schnell Radiosender finde. Auf die Homepages der einzelnen Sender zu gehen ist ja die Pest: das Streaming ist oft versteckt, nicht durchgehend möglich, man muss Player installiert haben und das Senderhopping ist relativ kompliziert.
Typisch britisches Unterschichtkino: hart, ungeschminkt, häßlich und irre spannend. Der Plot ist kurz und einfach: eine Prostituierte und ein Straßenkind auf der Flucht vor ihrem Zuhälter und einem sehr bösartigem und sehr unzufriedenen Kunden. Schließlich werden sie geschnappt.